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Touchdown!

03.04.2018 von Conny | Kategorien: Football

Heute geht es um eine meine größte Leidenschaft:
American Football. Ich möchte Auszüge aus meiner eigenen Geschichte dazu erzählen. Und meine Sichtweise zu einigen Dingen. Nein, ich bin kein Spieler höhö, aber mindestens genauso infiziert wie einer. Nicht nur der Ball ist anders. Eben nicht rund. Und genauso sind Football Spieler: anders als andere Sportler. Football ist anders als andere Sportarten. Football Eltern! sind anders als andere Eltern. Zumindest 98 % davon. Warum, das erkläre ich später.
Dank ran-NFL ist der Sport ja wieder etwas populärer geworden in Deutschland. Und nach jedem Superbowl will jeder Football spielen der sich angesteckt hat mit dem Virus. Und so manch ein Jugendlicher muss leider beim Training dann feststellen wie viel Arbeit und Ehrgeiz und Schweinehund darin steckt. Ist erstmal nix mit nur schön aussehen und cool sein. Um ein guter Spieler zu werden gehört eine Menge mehr dazu als Bock auf Football. Bei eisigen oder heißen Temperaturen draußen zu trainieren ist nicht jedermanns Sache. Bei Wind, Schnee, Hagel und Regen auch nicht. Und sich "umlatzen" zu lassen auch nicht. Einen Football zu fangen oder werfen ist nicht so einfach wie es aussieht. Ich glaube das wird oft unterschätzt von einigen. Es gehört Übung und Technik dazu. Und Zack wurde so mancher nicht mehr gesehen nach 1-2 Trainings. Ist ja auch nicht schlimm, es muss ja auch Fußballer geben. Oder Leichtathleten. Oder Ballerinas. Nein, das ist gemein. Wobei? Eigentlich nicht. Football ist nun wirklich kein Pussy-Sport. Und das ist nicht abwertend gemeint. Wer denkt er verletzt sich niemals, der ist ein Traumtänzer. Es müssen keine schweren Verletzungen sein. Auch das kommt vor. Aber nicht so oft wie beim Schulsport! Glaubt mir. Den halte ich teilweise für gefährlicher...^^ Bestenfalls sind es nur abgeschrabbte Knie oder Ellenbogen. (Da fällt mir einer meiner Herzjungs ein...Erkennungsmarke: Schürfwunden, daran erkenne ich ihn immer auf den Bildern, er spielt nicht in unserem Team, seine Mom wird jetzt lächeln..) Ich bin ja nun schon ein paar Jahre dabei als Mutter, Betreuerin und bis letztes Jahr Teammanagerin im Jugendbereich, sprich U19.
Und um diese 3 Rollen so gut als möglich zu machen muss man anstelle eines Herzens einen Football haben.^^ Nein, man verdient damit oder dabei kein Geld, das ist ein Vollzeit-Ehrenamt. Ich wurde oft gefragt was ich dafür bekomme, weil sich keiner vorstellen kann sowas Umfangreiches "umsonst" zu machen. Doch! Habe ich und tue es noch immer. Auch immer noch mit Herz und gerne. Und so manchen Euro habe ich in den Jahren auch schon drauf gezahlt. Ob für mein Equipment/Schulungen oder auch mal für Spieler wo der finanzielle Hintergrund nicht da war. Da bin ich halt zu sehr Mama und nicht alle Jungs haben Eltern die sich um ihre Kinder so kümmern wie es sein sollte. Aber das ist ein anderes Thema und ich werde es nie verstehen. Und "umsonst" ist es nicht, so konnte ich doch manch einem Spieler Dinge mit auf den Weg geben. Ich erinnere mich natürlich nicht an alle Sachen aber höre es immer wieder von ihnen oder ihren Eltern wenn wir erzählen. Das ist schön wenn so manches hängen bleibt und das wiederum ist für mich unbezahlbar.
Meine Güte, wenn ich an meine Anfänge denke und sehe wo ich heute bin, ist das ein Quantensprung. Angefangen in einem relativ kleinen Team, wo mein Grundstein gelegt wurde. Und das sehr gut. Unvergessliche Zeit mit Höhen und Tiefen. Ich habe vieles gelernt und mitgenommen aus dieser Zeit. Sportlich genauso wie menschlich.

"Teambetreuung" hört sich sehr einfach an. Ist es aber definitiv nicht. Es gibt so viele Dinge zu beachten, man arbeitet mit Jugendlichen. Nicht zu vergessen. Das heißt Verantwortung. Während meiner Zeit in diesem Team, kam ich durch die Teilnahme meines Sohnes dazu in der NRW Auswahl U16  mein Wissen zu erweitern. Das habe ich einige Jahre jedes Jahr gemacht und im letzten Jahr dann auch alleine (mit ganz vielen Eltern, eingeschweißtes Team hinter dem Team) während der ganzen Auswahlgeschichte. Das war eine Hammer-Zeit und ich habe unglaublich viele liebe Menschen kennen gelernt. Zu den meisten habe ich heute noch Kontakt und es ist einfach wunderbar zu sehen was aus den Jungs teilweise geworden ist. Während dieser Zeit, U16, saßen noch  "normale" Jugendliche neben mir. (Ok, ein mancher war damals schon ein Kühlschrank). Wenn ich heute neben ihnen stehe komme ich mir vor wie Kleinwüchsig,  hahaha..gut ich bin nicht sonderlich groß aber das sind teilweise Pakete geworden in nur ein paar Jahren. Männer halt, dennoch bleiben sie irgendwie die "Kleinen" in meinem Kopf auch wenn sie mittlerweile einen Bart haben oder Vater werden.   

NRW-Auswahl...auch so ein eigenes Thema. Aber dazu später mehr...

Nachdem meine Söhne den Verein gewechselt haben ging es in die Jugendbundesliga. Nochmal ne andere Hausnummer. Nicht besser oder schlechter, nur anders eben. Ich kann nicht sagen dass der Anspruch höher ist, so kam ich doch aus einem Team wo er sehr hoch war. 
Die letzten Jahre werden auch unvergesslich bleiben für mich. Jedes Jahr hat man ein neues Team und muss sich schweren Herzens nach der Season verabschieden von den Seniors. Das ist für mich immer sehr emotional weil man sie als Betreuer sehr gut kennen lernt und in sein Herz schließt. Es reicht ein Blick um zu wissen wie es ihnen geht und ob sie etwas bedrückt. Vertrauen ist ein ganz wichtiger Aspekt in der Betreuung. Mein Vorteil ist, ich bin kein Elternteil, ich bewerte und ich motze nicht. Ich versuche nicht an ihnen rumzuerziehen. Ich bin einfach für sie da.  Punkt. Bei mir gibt’s auch ein Hello Kitty Pflaster wenn es sein muss.

Nun bricht mein letztes Jahr an in diesem Team. Als Betreuerin. Mein Sohn ist jetzt "Senior" und hat somit auch sein letztes Jahr in der U19. Merkwürdiges Gefühl denn ich weiß aus Erfahrung: jedes kommende Spiel könnte sein letztes sein.
Als mein Ältester seine letzte Season hatte war das schon doof. Aber sowas von. Wir haben viele schöne und nicht so schöne Dinge zusammen erlebt in den Jahren. Für ihn war mein Posten nicht immer einfach.  Mit ihm ging natürlich der ganze Jahrgang mit dem er auch in der Auswahl zusammen gespielt hat und ich betreut. Dafür hatte ich das große Glück das meine Söhne für ein Jahr zusammen in einem Team spielen konnten. Tolle Erfahrung für Brüder und für mich als Mama. 
Es wird sicherlich für mich ein schwerer Abschied. So sind mir doch viele sehr ans Herz gewachsen. Aber das Gute im Football ist, man sieht sich immer irgendwo bei einem Spiel. Und für mich beginnt dann eben auch ein neuer Lebensabschnitt. Mal sehen wo er mich hinführt. 
Auch der Posten als Teammanagerin ist alles andere als mal ebenso oder nebenbei getan. Natürlich kommt es immer darauf an a) in welcher Liga b) die Größe des Teams oder Vereins c) Alleinkämpfer oder nicht. Was aber immer gleich ist und für mich dazu gehört:
Ein gutes Teammanagment ist das Fundament eines Teams!
Coaches sollen coachen!
Jungs sollen trainieren, spielen und Spaß haben in ihrer Jugendzeit.
Ein Teammanagment kümmert sich um den Rest und sorgt mit dem entsprechenden Staff  dafür dass sie den "Rücken" frei haben für o.g. Dinge. Absprachen sind wichtig, z.B. mit dem Headcoach (HC) aber er sollte sich nicht um alles kümmern müssen. Jedes Staff Mitglied muss seine Aufgaben kennen und eigenständig erledigen. Je mehr desto besser. Wenn so eine Mammutaufgabe auf mehreren Schultern verteilt ist kann sich keiner so schnell überfordern. Dazu sind regelmäßige Besprechungen wichtig, was heißt es sollte menschlich passen, weil man in der Season seine "Freizeit" zusammen verbringt. Und nicht gerade wenig. Da macht es wenig Sinn wenn man sich nicht leiden kann von "vorne herein". Oder der eine über den anderen hetzt. NO-GO! Hab ich einmal erlebt und möchte ich nie wieder! Klar kann das auch immer im Laufe der Zeit passieren aber sollte ein Team davon nichts mit bekommen. Unfrieden bringt Unruhe und das überträgt sich. Außerdem hat man eine Vorbildfunktion und sollte zeigen dass man nicht mit jedem "best Friend" sein muss im Team aber trotzdem Hand in Hand arbeiten kann und respektvoll bleibt bzw. miteinander umgeht. Wie im wahren Leben eben. Niemals sollte vergessen werden dass alle ihre Freizeit opfern und Menschen sind. Keiner ist besser oder schlechter nur weil der Eine einen offiziellen Posten hat und der Andere nicht. Es sollte ein eingespieltes Team hinter dem Team geben. Somit hat es das Teammanagment auch einfacher und muss sich nicht um alles selbst kümmern. Genau wie die Jungs muss man auch hier manchmal blind vertrauen.
Ein Team managen: Man glaubt nicht was da alles zugehört. Da ist nix aber auch gar nix mal eben getan. Eine sorgfältige Planung muss her und man sollte von Grund auf^^ ein Organisationstalent sein und in der Season schon mal Nachtschichten einlegen können damit alles rund läuft, denn so einiges könnte den Verein sonst Geld kosten in Form von Strafen...Und egal ob du Schuld hast oder nicht: Du bist erstmal der Arsch und musst den Kopf hinhalten. Auch für deinen Staff. Damit musst du klar kommen und solltest auch vor und hinter ihnen stehen. Du musst belastbar sein oder werden. 
Und was noch sein sollte: Das Herz muss dabei sein! Ich muss auch im Sinne des Teams denken und da sein wenn mein eigenes Kind mal nicht dabei ist. Ich bin in erster Linie dann keine Mutter die an der Sideline rum hampelt. Ja, ich bekomme sogar selten etwas von den Aktionen meines Kindes mit während der Spiele. Da sind meine Augen überall. Irgendwas ist immer. Ich freue mich mit den Jungs bei einem Sieg aber ich leide auch genauso wenn es nicht so läuft. Besonders die letzten 2 Jahre: Im Halbfinale auszuscheiden ist bitter. Den Juniorbowl knapp zu verlieren noch viel bitterer. Aus welchen Gründen auch immer. Da wünsche ich mir manchmal mehr Abstand zu den Dingen, aber das funzt nicht. Halt mit Leib und Seele dabei. Virus...
Den haben auch 98 % der Football Eltern die immer dabei sind. Da mutiert so manche brave Hausfrau zur brüllenden Wildsau um ihrem Sohn zu zuschreien er soll gefälligst rennen oder den Gegner weg scheppern!! Es ist erstaunlich was manche Frauen für eine Stimme entwickeln können wenn es um den Nachwuchs geht. Mich eingeschlossen wenn ich ihn zufällig mal rennen sehe. Wie schon erwähnt komme ich selten dazu. Gut, mittlerweile halte ich schon mal den Atem an weil mein Sohn eben auch schon mal schwer verletzt war. Nicht im Spiel sondern beim Training der NRW Auswahl.
Er ist ein Widereceiver, also ein Ballträger. (Ich erkläre im Anschluss alle Positionen). Die werden ganz gerne mal umgelatzt und bremsen mit dem Helm im Gras oder mit einem Purzelbaum. Wenn das beim Gegner passiert finde ich das auch gut. Also nicht falsch verstehen: Keiner auf beiden Seiten soll sich verletzen im Spiel. Ich meine wenn es scheppert finde ich das gut. Football muss scheppern! Dafür haben die Jungs eine Ausrüstung an und das ist auch gut so!
Bei meinem Großen war es aber entspannter für mich. Er war einer von den Kräftigen der gerne gekegelt hat zusammen mit seiner Line...
Ich werde oft gefragt ob ich "normal" bin als Mutter wenn ich zulasse das meine Söhne so einen Sport betreiben und sich vielleicht auch verletzen...
Nein, bin ich nicht. Und Tausende Mütter auf dieser Welt auch nicht, das beruhigt mich etwas....Man darf nicht vergessen: das sind Jungs! Und sie lernen doch nicht nur zu scheppern auch wenn es ihnen Spaß macht..sie lernen auch dass der Eine nicht ohne den Anderen kann, sie lernen ihren Teamkollegen zu vertrauen und

  • Zusammenhalt und Teamgeist
  • Hautfarbe, Religion und Herkunft spielen keine Rolle
  • Dicke, Dünne, Große und Kleine Jungs finden ihre Position
  • Verantwortung auch für andere übernehmen
  • Ohne Fleiß keinen Preis
  • Auch mal bis an seine Grenzen und darüber zu gehen
  • Mit Emotionen und Adrenalin umzugehen
  • die Sinne schulen
  • Körperspannung zu bekommen und nicht wie ein Schluck Wasser rum zu laufen
  • Bis zur letzten Sekunde nicht aufzugeben
  • mit stinkigen Klamotten rum rennen...hahaha

(Ich habe keine Nasenhaare mehr, alle weg gebrannt mit den Jahren...)

Um nur mal ein paar Aspekte zu nennen. Es bilden sich oft Freundschaften fürs Leben. Manchmal Generationsübergreifend.
Football ist wirklich wie eine riesen Familie. Die meisten ticken gleich.
Wie wir Eltern. Durch die NRW Auswahl, an der Jungs aus allen Vereinen teilnehmen, lernt man sich kennen. Und die Jungs die in der Season Gegner sind müssen lernen jetzt miteinander in einem Team zu spielen. Und das ist gut so! So bleibt es meistens fair. Sie lernen den Menschen unter dem Helm kennen.
(Ich finde das immer wieder richtig geil. Bei den Spielen hauen sie sich quasi aufs Maul, davor und danach wird sich umarmt und gedrückt. Das schaffen nur Jungs glaube ich.^^)
Als mein Großer das erste Mal in die damalige U14 Auswahl kam war das noch von riesiger Bedeutung. Für NRW spielen, seinen Heimverein zu präsentieren und mit den Teamklamotten rum zu rennen. Die bekam man damals wirklich nur als Auswahlspieler. Warst du im Team konntest du richtig stolz sein denn nur die wirklich Guten kamen rein. Wir sind mit so viel Erwartungen gestartet.....wurden eines besseren belehrt in diesem Jahr. Und zum ersten Mal mit "Kungelei" im Football konfrontiert. Dafür habe ich damals tolle Eltern kennen gelernt. U.a. auch die "unentspannteste Mutter" im Football die für mich damals ein dicker Anker wurde. Sie kannte sich nicht nur blendend aus was die Spielzüge betraf, sondern auch die ganzen Konstellationen in den Teams weil sie schon lange dabei war durch ihre Söhne. Wir sind in den Jahren danach in der Auswahl ziemlich zusammen gewachsen und so manches Geheimnis verbindet uns noch heute. Nie ein böses Wort und ich freue mich immer sie zu lesen oder zu sehen. (Wenn du das hier liest Grüße an den Dealer ;-)  und du warst/bist eine wirkliche Bereicherung in meinem Leben, auch wenn wir uns nicht so oft sehen.)
Was damals passierte habe ich nie vergessen und verziehen. Mein Sohn hatte auf jeden Fall danach keine Lust mehr auf Football und war bitter enttäuscht. Nicht weil er kaum Spielzeit hatte sondern weil Versprechungen nicht eingehalten wurden und das Menschliche völlig auf der Strecke blieb. In den Jahren habe ich aber gelernt dass es zum Teil "Gang und Gäbe" ist in der Auswahlwelt.
Ein Jahr weiter sah das schon anders aus. Anderer HC (Headcoach) aber fast die gleichen Jungs wie aus dem Vorjahr. Und er hatte richtig Spaß. Ich auch. Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich in den Staff. Ich war natürlich sehr Voreingenommen von dem Vorjahr und nicht gut zu sprechen auf die ganze Auswahlgeschichte. Ich wollte im Prinzip nur zugucken als sich raus stellte das die damaligen Betreuer einen Unfall unterwegs hatten. Zum Glück nichts passiert.


1. Try out in Willich-Schiefbahn


Ich saß da so am Rand mit Sommerkleidchen und Flip Flops, wollte ja nur gucken....35 Grad im Schatten neben einem Kunstrasenplatz. Jeder der bei so einer Hitze schon mal über diesen gelaufen ist weiß wie der sich aufheizt. Nun, einer der Spieler hatte sich verletzt und lag auf dem Boden, die Coaches riefen nach den Betreuern, aber die waren ja nun mal nicht da. Und wie die Gewohnheit es so wollte bin ich über den Kunstrasenplatz gerannt um nach ihm zu sehen mit den Worten: "Ich kann helfen".  Mit nackten Füßen ich IDIOT! Mit Flip Flops kann man nicht rennen. Und so ging das den ganzen Tag. Ich brauch euch nicht sagen das mir Abends die Füße brannten...JA! Die waren verbrannt. Aber sowas von. Mit Brandblasen. Hahaha.
Hier begann eine unglaublich tolle Zeit und meine Vorurteile hatten sich mega schnell in Luft aufgelöst. Ich habe danach nie wieder einen Kunstrasen mit nackten Füßen betreten.
(Hier ein Gruß an alle Homies, beste Zeit und bestes Team)


Schweiz

Wer jetzt denkt man bekommt alles bezahlt wenn man für NRW spielt, der hat sich in den Finger geschnitten! Das ist ein teurer Spaß! Jedes Training kostet ein Startgeld. Dann kommt noch ein Camp oder 2 dazu. Auch das muss man selbst bezahlen. Und je nachdem wo die Jungs spielen ist das nicht wenig. In dem Jahr wo beide Auswahl gespielt haben bin ich ein kleines Vermögen quitt geworden. Und das kritisiere ich immer noch an der ganzen Auswahlsache. Es gibt unglaublich viele Talente die prädestiniert wären für so ein Team aber nicht hin gingen weil sie sich das eben nicht leisten konnten! Das dürfte nicht sein. Jeder sollte die Chance haben Auswahl zu spielen ohne Angst sich das alles nicht leisten zu können. Ich meine so ein Mitgliedsbeitrag im Verein ist ja schon nicht wenig. Und je nach Wachstum brauchen die Jungs immer neue Schuhe oder Handschuhe, Helm etc. Man muss bezahlen wenn man für sein Bundesland spielt! Eigentlich sehr traurig.
Aber das ist auch ein generelles Problem im Football. Schattensportart in Deutschland. 
Wobei Auswahl lange nicht mehr so ist wie es mal war. Dafür gibt es viele Gründe und es liegt mir fern hier irgendwas oder wen anzukreiden. Ich habe meine Meinung dazu und weiß woran es liegt. Unterhalte ich mich mit Auswahlspielern fehlt mir dieser Ausdruck in den Augen. Der Stolz den unsere Jungs damals noch hatten wenn sie darüber erzählt haben. Auswahl war zu der Zeit noch das Highlight nach der Season. Innerhalb kürzester Zeit wuchs aus dem Haufen aus allen Teams eine Einheit.


Auswahljungs in der Season

Im letzten Jahr als ich Betreuerin war haben wir (also die Jungs) im Jugendländerturnier die anderen Bundesländer "abgefrühstückt". Drüber gerollt würde ich sagen. Als das Turnier zu Ende war gab es NICHTS! Nicht mal eine Medaille oder einen Pokal. Es war nicht mal jemand da von offizieller Seite um zu gratulieren. Kein DANKE oder Super. NICHTS! Im Vorjahr gab es wenigstens einen Pokal...Einen mit Fußball...Ich glaube den haben wir in Mainz stehen lassen auf dem Platz. Zu peinlich. Und wirklich sehr schade von offizieller Seite. Ich finde sowas einen "Arschtritt" nicht nur für das NRW Team sondern auch für alle dahinter, die "ehrenamtlich" ihre freie Zeit geopfert haben. Aber gut, auch hier gilt: Wir hatten eine supergeile Zeit und das ist weitaus mehr wert als ein Pokal!


U17 Sieger JLT 2014 in Bochum


Ich möchte hier auch mal alle Eltern, Freundinnen, Frauen, Freunde und Helfer erwähnen, die fast jede freie Minute auf dem Footballplatz verbringen! Ohne die ganzen ehrenamtlichen Heinzelmännchen wäre vieles nicht zu stemmen. Auch für ein Teammanagment nicht. Und für einen Verein schon mal gar nicht.
Und dazu gehört wirklich eine ganze Menge Engagement. In der Season wird ein Wochenende völlig überbewertet.^^ Aber wisst ihr was? Letztendlich gibt es doch nichts Besseres als seine freie Zeit mit seinen Kindern zu verbringen solange sie noch zu Hause wohnen. Es gibt auch Eltern die leider keine Möglichkeit haben bei jedem Spiel anwesend zu sein. Mir als Betreuerin war aber immer wichtig dass auch sie beruhigt sein können und wissen dass ihre Jungs in guten Händen sind. Denn ich weiß wie sich das anfühlt wenn sie es nicht sind!  


by Presseagentur Lars Weber



Für viele ist Football ja unverständlich. Zu viele Regeln. Fliegende Enten (Flaggen) und eine Stimmgabel zum durch kicken (schießen)... Dabei ist es im Prinzip ganz einfach, aber definitiv mehr als dicke Jungs die rennen oder sich auf einen Haufen schmeißen, ich erkläre das mal kurz und das nötigste mit meinen Worten:
2 Teams.  
Es gibt 2 Endzonen auf einem Football Feld. Rechts und links.^^ Da wo die großen Stimmgabeln stehen. Nun muss jedes Team versuchen in die gegnerische Endzone zu kommen. Yard für Yard. (Ein Spielfeld hat 100  Yards, das sind ca. 91 Meter)

Dafür hat man 4 Versuche (4 Spielzüge um 10 Yards zu überwinden) um ein neues "First Down" zu erreichen. Sprich nochmal 4 Versuche. Bestenfalls wenn man den Ball nicht "verliert" oder er "geklaut" bzw. abgefangen wird (Interception). Dann geht das Angriffsrecht an den Gegner. Ist der Ball in der Endzone des Gegners ist das ein Touchdown. Dafür bekommt man 6 Punkte. Man könnte jetzt nach dem Touchdown durch die Stimmgabel kicken für 1 Extrapunkt oder laufen bzw. werfen für 2 Punkte. (Two-Point-Conversion) Es gibt noch andere Möglichkeiten Punkte zu machen, aber das erkläre ich vielleicht weiter unten, muss ich mir noch überlegen bis ich da bin. :-) 

 

 

Ok, ich will ja nicht so sein:

Erscheint ein Touchdown unmöglich, probiert das Angriffsteam meistens im 4.Versuch durch die Torstangen zu kicken (Field-Goal). Ein Treffer gibt 3 Punkte.

Zu guter Letzt der "Safety":
Ein Safety gibt 2 Punkte durch die Defense. Das verteidigende Team erzielt einen Safety, wenn sie den Ballträger des angreifenden Teams (Offense) in dessen eigener Endzone zu Boden bringt.

Und hier eine "kurze" Erklärung der Positionen in einem Team:
OFFENSE:
Zuerst die Offense-Line (das sind bestenfalls die "Dicken und Stämmigen") bestehend aus einem Center (C), Guard und Tackle. Der Center ist der mittlere Spieler wie das Wort schon sagt, er snapt den Ball zwischen seinen Beinen zum Quarterback. Er hat aber auch die Aufgabe wie Guard und Tackle, die die Verteidigung aufhalten müssen durch blocken, damit der QB Zeit hat den Ball anzubringen. Dafür muss er natürlich gucken wo seine Passempfänger sind. Das sind aber auch die Jungs, die den Weg frei blocken für die Ballträger. Also meistens die, die für andere die Hucke voll bekommen. Oder kegeln. Wenn die einmal in Wallung sind und rennen, möchte ich ihnen nicht im Weg stehen. So sollte es zumindest sein.
Ich wäre ein guter WR, ich würde aus Angst schon schneller sein als der Gegner. ^^

Nun gibt es noch die Defense Line. Also die Verteidiger. Dazu gehören: Linebacker (LB), Tackle (DT), Defensive End (DE), Cornerbacks (CB) und Safetys (S).

Die Safetys sind die inneren/tiefen Passverteidiger in der letzten Reihe der Verteidigung.

Die Cornerbacks sind die äußeren Verteidiger die im Passpiel gegen die WR spielen.

Die Linebacker sollten den Ballträger stoppen, in der Pass- Verteidigung aktiv werden. Sie sollten den QB unter Druck setzen.
 
Ein Tackle und Defense End sollten ebenfalls den QB unter Druck setzen und ihn bestenfalls etwas "schubsen" ^^ (hust) bevor der Ball weg ist. Sie sollten auch die Ballträger stoppen.

Dahinter steht der Quarterback (QB), er ist bestenfalls der Leitwolf der Offense. Also er bestimmt ob er den Ball zu einem WR (Wide Receiver) wirft oder ihn abgibt an seinen Running Back (RB). (Je nach Playbook)
Er darf aber auch selbst laufen.
Der WR sollte den meisten Speed haben auf dem Feld weil er den Ball fangen muss, den der QB wirft. Das nennt man "Pässe" werfen (QB) oder Pässe fangen (WR). Er sollte dann mit dem Ball hurtig Richtung Endzone laufen, wenn er nicht schon drin steht. In guten Fällen hat der WR  O-Liner die den Weg für ihn vor.- oder freiblocken. Also je nach Gegner auch kegeln genannt...^^ Oder er hat die Figur eines Fullbacks (Insider in unserem Team).

Dann gibt es noch den o.g. Running Back. (RB) Der QB übergibt ihm den Ball und er sollte sich den Weg durch die gegnerische Defense (Verteidigung) bahnen um in die Endzone zu kommen. Dabei kann ihm der Fullback (FB) helfen, indem er ebenfalls den Weg frei blockt. Aber auch er könnte ein Ballträger sein wenn er ihn denn bekommt.

Nun kommen wir zum Tight End (TE).
Der wiederum hat verschiedene Aufgaben. Er kann an der Line blocken oder Bälle fangen wie ein WR.   

Bei einem Spiel (4 Quater) sind immer 11 Spieler eines Teams auf dem Feld. Und das wichtigste: Bei einem Spiel ist alles möglich und so kann sich ein Ergebnis ratz-fatz innerhalb von Spielminuten ändern!

Ich glaube das reicht erstmal für den Anfang. Wobei das wirklich nur die Spitze des Eisbergs ist im Football. ^^ Aber das Wichtigste.

Am Samstag geht`s los in dieser Season. Du steigst morgens ins Auto und weißt nicht was dich erwartet. Gamedayluft! Jeder der so bekloppt ist wie ich weiß was ich meine. Das ist ein ganz besonderer Duft. Ja, auch die Pads, Handschuhe und Helme riechen...hahaha, ich rieche das aber nicht mehr bzw. habe mich so daran gewöhnt das es mir nichts mehr ausmacht.
Jedes Jahr hast du ein neues Team und weißt in der Bundesliga nie wie weit du kommst. Aber was ich weiß ist: ich bin genauso aufgeregt wie ein Spieler. Wie immer in all den Jahren. Und auch in meinem letzten Jahr werde ich mit dem Team durch dick und dünn gehen und tapen, trösten und aufmuntern und mich mit freuen oder ärgern. Magnesium verteilen oder einen Handschuh nähen. Dafür sorgen das alle genug trinken und beim Training so oft wie möglich anwesend sein. Helfen wo es nötig ist. 


by Patrick Herms

Mein Dank gilt den Uerdingen Tomahawks wo mein Grundstein gelegt wurde: 
Den Eltern die immer geholfen haben! Ihr wart die besten Fans damals! 
Ich weiß das hier einige nicht mit Namen genannt werden möchten denen ich besonders dankbar bin für das was ich gelernt habe. Ich habe es nie vergessen! Besonderen Dank an meine Mädels. Durch dick und dünn. Heute noch. Den Jungs die nie den Glauben an mich verloren haben und die heute noch Teil meines Lebens sind. 


by Christian Weber



Ich danke Familie Yahrling für die tollen Jahre mit euch bei der GM. Den Coaches aus allen verschiedenen Vereinen und  dem Staff! Und besonders dem damaligen Team! Alina, dir besonders! Unvergesslich auch die Eltern: IHR WART DER HAMMER! KEIN WEG ZU WEIT UM UNS ZU UNTERSTÜTZEN! 

Familie Weitz  für die Fahrt und Unterkunft  in Wien sowie die tollen Bilder damals wie heute. 

Ich danke meinem Staff bei den DP U19 , den Coaches, Eltern und Jungs für euer Vertrauen in 2016 und 2017! Ralf und Anja für das beseitigen des Chaos in 2016 und die gute Zusammenarbeit. Da wusste ich was eine Standleitung ist^^ Petra, für deine Geduld am Anfang und Aufklärung. 
Catrin, für deine Mehrarbeit als ich krank wurde! Und das immer offene Ohr sowie die kleinen "Aufmunterer" z.B. in Form von Schokolade. Und das beste Bild ever ;-) 
Jörg, für deine Geduld bei den Ergebnis-Meldungen. 


by Patrick Herms feat. Lucas Ziewas

Danni dir sowieso, du weißt wofür. Side by Side! Auch in diesem Jahr. 
Sonnenschein, dir für den regen Austausch.

Pia, dafür das wir den JB zusammen erleben konnten. Zwar nicht so wie gewünscht für uns, obwohl wir Gegner waren blieb unsere Freundschaft immer im Vordergrund! 

Und ganz besonders: meiner gesamten Familie! Die mussten und müssen oft auf mich verzichten, haben mich aber immer unterstützt und Verständnis aufgebracht. Es ist nun mal mein Herzblut. Und ich befürchte es wird so bleiben.
Ich könnte die Liste hier unendlich weiterführen, es gibt so viele Menschen die ich erwähnen möchte. Das mache ich dann nach der Season 2018 oder in meinem Buch, wer weiß das schon? ....
Auf das alle heile bleiben und wir erfolgreich sind! 
Ach! Noch was: wer immer noch behauptet die Panther wären arrogant hat uns nicht wirklich kennen gelernt. ^^

 

*wer Rechtschreibfehler findet darf sich gerne darüber aufregen oder lustig machen. Wie immer ;-